Die richtigen Maßnahmen für einen schmerzenden Rücken

Rückenschmerzen sind zu einer Volkskrankheit geworden, was einerseits daran liegt, dass viele Berufe sehr rückenschädigend sind, aber auch andererseits seine Ursache darin hat, dass wir in unserer Freizeit nicht gerade schonend mit unserem Rücken umgehen. Haltungsschäden und schmerzhafte Verspannungen sind an der Tagesordnung und ein Bandscheibenvorfall über kurz oder lang die medizinische Konsequenz. Deshalb gilt es bereits den Anfängen der Rückenleiden entgegen zu wirken und im besten Fall frühzeitig Prävention zu betreiben.

Die Behandlung von akuten Rückenschmerzen gehört selbstverständlich in die Hände eines Facharztes. Diesem stehen zahlreiche Behandlungsmethoden zur Verfügung, auch wenn durch die Gesundheitsreformen Massagen und Physiotherapien durch Budgetierung auf ein Minimum reduziert worden sind. Was in den letzten Jahren jedoch deutlich an Bedeutung gewonnen hat und in seiner Wirksamkeit genauso von den Krankenkassen erkannt wurde, ist die Akupunktur, die als chinesische Heilmethode wahre Wunder bei Rückenleiden bewirken kann und deshalb in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen wurde.

Hat man die Akupunktur allerdings erst mal nötig, so ist es meistens schon zu spät, denn die eigentliche Bekämpfung von Rückenschmerzen liegt in der Vorbeugung und diese kann nur von jedem selbst betrieben werden. Als erste Maßnahme hierfür lässt sich eine rückenschonende Lebensweise nennen. Dies beginnt beim richtigen Heben von Lasten und verläuft über ergonomische Sitzgelegenheiten und endet in einem gezielten Rückenentspannungstraining. Obwohl die meisten Menschen von diesen Themen schon einmal etwas gehört haben, sind sich die wenigsten im Alltag darüber bewusst und haben auch keine konkrete Vorstellung davon, was unter rückenschonender Lebensweise zu verstehen ist. Eine Möglichkeit kann hierbei der Besuch einer Rückenschule sein. Speziell geschulte Dozenten, Ärzte oder Physiotherapeuten, leiten die Interessierten detailliert darin an, durch welche Methoden man den Rücken entlasten kann. Der Besuch von solchen Kursen ist natürlich mit Gebühren verbunden, allerdings engagieren sich sehr viele Krankenkassen in diesem Präventionsbereich und fördern solche Maßnahmen durch Zuschüsse bis in Höhe der gesamten Kursgebühr.

Neben einem umfangreichen Training für die Rückenmuskulatur kann man in solchen Rückenschulen auch erfahren, wie man seinen Alltag rückenergonomisch gestalten kann. Dabei ist von geeigneten Bestuhlungen, gerade bei sitzender Tätigkeit, die Rede. Es steht außer Frage, dass vor allem Billigprodukte im Bereich der Schreibtischstühle eine außergewöhnliche Belastung für den gesamten Rückenbereich darstellen und deshalb wird konsequent angeraten, sich seinen Schreibtischstuhl in einem Fachgeschäft unter Zuhilfenahme einer professionellen Beratung anzuschaffen. Ein Gymnastikball ist dabei eine äußerst geeignete Alternative und erlaubt nicht nur eine Rückenschmerzprävention am Arbeitsplatz, sondern ist auch hervorragend für spezielle Rückenmuskulaturübungen geeignet, wofür im Regelfall auch Anleitungen der Gymnastikballverpackung beigefügt sind.

Während man sich über die Problematiken der sitzenden Tätigkeit und der falschen Rückenbelastung im Hinblick auf Rückenschmerzen in den meisten Fällen klar ist, verkennen viele Betroffene die Bedeutung einer präventiven Bettausstattung. Die falsche Lage in einem Bett fördert die Schiefstellung der Wirbelsäule und begünstigt somit die Entstehung von Verspannungen und Bandscheibenproblemen. Gerade bei Billigmatratzen und -lattenrosten kann man diese Effekte immer wieder erkennen. Die Matratze ist entweder zu hart oder zu weich, so dass sie in einen Fall dem Druck des Körpergewichts zu sehr nachgibt, oder eben starr wie ein Brett bleibt. In beiden Fällen wird die Wirbelsäule unergonomisch belastet. Deshalb werden Wasserbetten oder spezielle Rückenmatratzen von Fachärzten dringend empfohlen. Dabei spielt jedoch immer das Körpergewicht eine entscheidende Rolle – bei den Matratzen hinsichtlich der geeigneten Härte und bei einem Wasserbett im Hinblick auf die optimale Befüllung.

Auch wenn man in jungen Jahren die Rückenschmerzen noch nicht wirklich ernst nimmt und mit bestimmten Gegenmaßnahmen immer wieder in den Griff bekommt, so sollte man vorausschauend in die Zukunft blicken, denn Rückenprobleme verschwinden nicht von selbst, sondern verschlimmern sich mit den Jahren, so dass an ihrem Ende nicht selten die Bandscheibenoperation steht. Eine richtige Prävention muss also bereits das Thema des frühen Erwachsenenalters sein.